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Fudge hat vor kurzem ein Grundgerüst für einen etwas anderen Jahresrückblick geliefert, und nun werde auch ich mich mal in die Reihe derer einfügen, die sich zum Jahrensende öffentliche Gedanken über die vergangenen 12 Monate machen. In leicht abgewandelter Form.

  1. Was wurde aus deinen guten Vorsätzen für 2008? Ich hatte keine guten Vorsätze für dieses Jahr, jedenfalls nicht im klassischen Sinne. Es gab zwischendurch aber immer mal wieder Situationen, in denen ich mir bestimmte Dinge vorgenommen und manchmal sogar tatsächlich (mehr oder minder erfolglich) in die Tat umgesetzt habe.
  2. Was hast du in 2008 erreicht?

    • ein paar Vorstellungsgespräche
    • zwei Vorstöße in die engere Auswahl (den einen Job wollte ich sowieso nicht, den anderen bekam ein Mann)
    • einen bisherigen Gewichtsverlust von etwa 8 Kilo (trotz der in letzter Zeit sehr zahlreichen Sünden)
    • ein allgemein besseres Wohlbefinden
    • meinen kleinen Platz zwischen all den Ehrenamtlichen
    • ein doch ganz gutes Ergebnis in der SAP-Zertifizierung
    • ein bisschen mehr Mut als in den vergangenen Jahren
    • die Bewahrung eines kühlen Kopfes in entsprechenden Situationen
  3. Und was hast du gelernt?Ich habe (endlich) gelernt, mir selbst (und auch anderen gegeünber) die Ernsthaftigkeit meiner Probleme einzugestehen und mich um entsprechende Hilfe zu bemühen. Das war nicht einfach, aber im Endeffekt doch sehr viel weniger schmerzhaft als der Umgang mit den daraus resultierenden Konsequenzen. Ich habe lernen müssen, dass die vermeintliche Besorgnis um mein Wohlergehen bei erschreckend vielen Menschen sehr schnell an ihre Grenzen gestoßen ist. Dass mein Status als Sorgenkind nur solange bestand, wie meine Probleme noch keinen Namen hatten und man sich noch nicht offiziell mit meinen Depressionen auseinandersetzen musste. Auch habe ich gelernt, dass Therapeuten regelrechte Arschlöcher sein können und man sich am Ende doch selbst helfen muss.
    Ansonsten gibt es da den einen oder anderen Lernprozess, der sich hat anstoßen lassen. Ich habe damit angefangen, meinem Ärger auch mal Luft zu machen und Tacheles zu reden / schreiben. Auch mal schweren Herzens um Hilfe zu bitten und mit noch schwererem Herzen zuzugeben, wo genau es gerade brennt. Vieles muss noch besser werden, aber ich bin auf einem guten Weg. Finde ich.

  4. Was war dein größter Fehler?Ich mache viele Fehler und alle haben irgendeinen tieferen Sinn. Meine größte Schwäche ist aber wohl immer noch meine Naivität, meine zu lang anhaltende Gutmütigkeit und der immer noch vorhandene Selbsthass.
  5. Warst du dieses Jahr glücklicher oder trauriger als das Jahr zuvor? Manchmal glaube ich, ich kann gar nicht richtig glücklich sein. Ich war zufriedener als im Jahr zu vor, mitunter sogar auch fröhlicher. Aber gleichzeitig war die Traurigkeit häufiger und stärker präsent als im letzten Jahr. 

  6. Gibt es etwas das du in 2008 gemacht hast, das du noch nie zuvor getan hast? Da gibt es ein paar Begebenheiten, die ich aber hier nun nicht unbedingt detailliert veröffentlichen möchte. Darum sei an dieser Stelle nur gesagt, dass ich einige Male ganz gewaltig und trotz aller Widrigkeiten über meinen Schatten gesprungen bin.
    Ansonsten waren da noch:

    • ich habe eine (eher langweilige und überteuerte) Fahrt mit dem London Eye gemacht
    • ich bin mit einem Abschleppwagen mitgefahren, nachdem Clint jr. vorübergehend gestorben war
    • ich habe mich erstmals mit dem Auto (und zusamment mit einem alten Tom) ins Hessenland gewagt
    • ich wurde von einem Fernsehteam gefilmt
    • ich habe mich mit einer Bloggerin getroffen
  7. Was rockte deine Welt und brachte dich zum Lachen?

    • Thorge
    • die Telefonate mit dem Saarländer
    • die Emails des Briten
    • die plötzliche und unerwartete Gewissheit, dieses Jahr doch noch nach London zu kommen

  8. In welchen Ländern warst du 2008?

    • Niederlande
    • England
    • Frankreich & Belgien (auf der Durchreise)

  9. Deine Lieblingsbücher des Jahres?

    • Der Seelenbrecher (Sebastian Fitzek)
    • The Love of her Life (Harriet Evans)
    • Something you should know (Melissa Hill)

  10. Der beste Film 2008? Keinohrhasen

  11. Welche Songs begleiteten dich das Jahr hindurch?

    • Little Fighter / White Lion
    • Intervention / The Arcade Fire
    • Can´t fight this Feeling anymore / REO Speedwagon
    • Stark / Ich & Ich
    • An deiner Seite / Unheilig
    • Für immer und dich / Rio Reiser
    • I´ll be waiting / Lenny Kravitz
    • Goodbye Philadelphia / Peter Cincotti
    • Fuck you very much / Lilly Allen
    • Hallelujah / Jeff Buckley
    • Happy Ending / Mika
    • Übers Meer / Jan Plewka (singt Rio Reiser)

  12. Was war das coolste/beste das dir jemand kaufte? Ich habe mich viel mehr darüber gefreut, dass der Saarländer mir zum Geburtstag eine CD gemixt hat. Und dabei sehr darum bemüht war, meine Ohren nicht vollends zu verschrecken.

  13. Gibt es etwas das du 2009 gerne hättest und in 2008 vermisst hast? Arbeit

  14. Was würdest du dir wünschen, hättest du öfterbzw. früher getan?Ich wünschte, ich wäre früher und ohne Umweg übe Overblog zu WordPress gewechselt.
  15. Und was hättest du weniger tun sollen?An mir zweifeln.
  16. Hast du dich verändert im Vergleich zu 2007?Ja. Und zwar wohl auch zu meinem Vorteil.
  17. Wofür hast du dein Geld ausgegeben? Überwiegend für Bücher und DVDs.

  18. Wie hast du deinen Geburtstag gefeiert? Mit dem ersten eigenständigen Dienst in der Krankenhausbücherei, Kaffee & Kuchen mit Verwandten am Nachmittag und abends Cocktails & Essen mit der Besten.

  19. In einem Wort: war 2008 für dich gut oder schlecht? Auf jeden Fall besser als 2007.
  20. Dein Mensch des Jahres 2008? Der Saarländer.
    Ich liebe und schätze meine Familie und meinen Freund, ich pflege einige wertvolle und schöne Freundschaften, ich habe auch wirklich sehr grandiose Bekannte. All diese Menschen sind mir natürlich wichtig und ich möchte sich nicht mehr missen.
    Aber es gibt eben auch Menschen, die einen ganz besonderen Stellenwert in meinem Leben haben. Und dazu zähle ich den Saarländer. Er war ein absoluter Glücksgriff und ich muss an dieser Stelle einfach zugeben, dass ich dieses Jahr ohne ihn nicht  so gut überstanden hätte. Danke dafür, du Spinner. Ich hab dich lieb.